Lennestadt: Stammtischbrüder per Zufall neue Schützenbrüder

BILSTEIN. Wie sechs junge Männer aus dem Münsterland per Zufall Mitglieder in einem Sauerländer Schützenverein werden.

Das Bilsteiner Schützenfest startete am Freitag mit Rätselraten, als Vorsitzender Heinz Rinscheid „die sechs glorreichen Sieben" begrüßte. Malte, Leo, Mark, David, Konstantin „Kons" und Lucas, alle 26 Jahre alt, aus dem Münsterland hatten für ihre Stammtischtour die glorreiche Idee, ein Sauerländer Dorf-Schützenfest mitzufeiern.

Leider gab es im Ort kurz vorm Festbeginn nur noch Übergrößen.

Der Stammtisch "Die sechs glorreichen Sieben" auf dem Schützenfest in Bilstein. Foto: Daria Allebrodt / WP

„Da unser Stammtisch in diesem Jahr sein fünfjähriges Jubiläum feiert, wollten wir etwas Besonderes machen und mal richtig Schützenfest in einem kleinen Dorf feiern", erzählt Mark vom Planungskomitee. Dass sie ausgerechnet in dem Burgort landeten, war quasi reiner Zufall, bzw. Google, das den Namen Bilstein für die Fahrt ins Blaue ausspuckte. In den letzten Jahre waren sie in der Eifel, in Holland und einmal sogar in Warstein gelandet. „Sozusagen unser erstes Mal im Sauerland. Wir waren Zelten und natürlich auch in der Brauerei", sagt Leo.

Eine gewisse Brauereierfahrung beim Schützenfest ist keine schlechte Vorbereitung, aber wer wie Einer unter Gleichen das ganze Programm mitmachen will, braucht mehr. Deshalb kleideten sich die Bilsteiner Neuschützen mit weißen Hosen und Hemden ein und natürlich durfte die Schützenkappe nicht fehlen. Leider gab es im Ort kurz vorm Festbeginn nur noch Übergrößen.

„Wir haben einfach die genommen, die noch da waren. Hauptsache, wir haben welche", waren sie sich einig. Und auch die Beitrittserklärung für den Schützenverein unterschrieben die sechs Münsterländer anstandslos. Am Donnerstag, einen Tag vor dem Fest, reisten sie an. „Wir wurden herzlich empfangen. Erst am Donnerstag bei Heinz Rinscheid und am Freitag beim Antreten haben uns alle begrüßt und mitgenommen", berichtet Mark: „Ich war mir nicht sicher, ob wir in die Gemeinschaft aufgenommen werden. Die Sorge war völlig unberechtigt."


Zwei der Stammtischbrüder zur späteren Stunde vor der Ahnentafel des Schützenvereins Bilstein. Foto: Volker Eberts / WP

Schützenmesse, drei Mal Vogelschießen, Bierprobe, die Festbälle, Frühschoppen, das ganze Programm machten die glorreichen Sieben mit und wissen nun, dass Schützenfest feiern im Sauerland nicht nur schön, sondern auch anstrengend ist und ein gutes Stehvermögen braucht. Und was hat euch am besten gefallen? „Alles zusammen. Die Melange, die Mischung macht es aus," sagt Mark und spielte damit auf die Predigt von Pfarrer Markus Leber in der Schützenmesse an. Der Pfarrer sagte, dass man Schützenfest nicht in einem Satz beschreiben könne, sondern viele Gesichter habe.

Aus ihrer Heimat im Münsterland kannten sie bereits etliche Schützenfeste, aber in einem fremden Ort zu feiern, das sei noch mal ganz anders gewesen.

Heimat ganz nah

Am Freitagabend allerdings war die Heimat auch im fernen Sauerland plötzlich wieder ganz nah für die sechs Freunde, die zusammen ihr Abitur machten. Bei der Bierprobe trafen sie auf eine Damengruppe ebenfalls aus dem Münsterland, die sich auf den Weg zum Bilsteiner Schützenfest aufgemacht hatten, um eine Freundin zu besuchen. Schnell wurde klar, dass die Damen zum Teil wie sie im gleichen Ort wohnen.

Das Gelächter war groß, als sich eine der Damen neben einen der Glorreichen stellte und rief: „Kann bitte jemand mal ein Foto machen? Ich mache mit seiner Mutter zusammen Sport." 

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